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Unterwegs mit...
Branislav «Bruno» Zavacky

Ein Besuch in der Werkstatt unseres kreativen und weitgereisten Servicemitarbeiters.

 

Fast hat man den Eindruck, es sei ihm nicht ganz wohl dabei, eine Künstlerseele genannt zu werden. Dabei weist vieles davon, was uns Bruno während unseres Besuchs in seiner kleinen Werkstatt am Schützenweg in Buchs erzählt, darauf hin. Seit der Eröffnung der Traube im November 2021 arbeitet er – dessen slowakischer Pass auf den Namen Branislav Zavacky lautet – dort als Servicemitarbeiter. Ein lässiger Typ mit Schalk in den Augen, der seine Gäste aufmerksam und mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen bedient. In seiner Freizeit jedoch trifft man Bruno, den kreativen Kopf, oft und gerne in seiner Werkstatt an, wo er bastelt, bohrt, fräst, repariert, renoviert, restauriert, sägt, schleift – ein Vogelhaus, eine Kiste um Bier auf dem Fahrrad zu transportieren, einen Couchtisch mit einer Magnumflasche als Tischfuss, einen Hocker als Sitzgelegenheit für die Raucherpause –, was auch immer gerade gebraucht wird oder einfach gefällt.

 

Seine Inspiration und das Material für seine Objekte holt er sich häufig «draussen», wo er sich ebenfalls gerne aufhält, seine Umgebung sts genau beobachtend. Stelle er fest, dass hier etwas optimiert oder dort etwas selbst gemacht werden könne, mache er es. «Weil ich es kann, so einfach ist das!», sagt er ganz beiläufig und ohne den Hauch von Überheblichkeit. Nicht denken, machen! – lautet sein Motto. Danach lebt er. Und wenn er etwas (noch) nicht kann, dann holt er Rat, von YouTube zum Beispiel, oder vom Gemeinschaftszentrum Resch in Schaan. Dort besucht er vor allem in den kühleren Monaten Mittwochabends, an seinem freien Tag, die Metallwerkstatt und lernt das Schmieden – um das Gelernte dann auf seine ganz eigene Weise umzusetzen. Bruno schmunzelt: «Ich mache es gerne anders als die anderen und plane nicht so gerne im Voraus. Lieber lasse ich die Dinge auf mich zukommen und schaue dann, was dabei herauskommt.»

 

Oft sammelt er ein, was andere wegwerfen: Sperrholz, Betonsäulen, Alteisen oder so wie neulich ein Kugellager, woraus nun gerade eine selbst geschmiedete Axt entsteht. Upcycling heisst dieser Trend, der für Bruno längst das Normalste der Welt ist. Er wisse nicht, ob er eine Künstlerseele sei, antwortet er deshalb und zuckt kurz mit den Schultern. Er mache einfach. «Weil ich die Dinge sehe», sagt er, schaut einen Moment aus dem Fenster hinaus ins Grün, kommt dann wieder zurück, präsent und mit seinem freundlichen Lächeln auf den Lippen.

Bruno Zavacky, 45 Jahre alt, stammt aus der Region Hohe Tatra, wohin er immer wieder gerne zurückkehrt. In sein Haus, zu seinem Sohn aus einer früheren Beziehung, seiner Familie. Seit 2002 arbeitet er mehrheitlich im deutschsprachigen Raum – in der Schweiz, in Österreich, Deutschland, dem Südtirol, meistens im Gastgewerbe,

 

seit November 2021 nun als wertvolles Teammitglied im Gasthaus Traube. Bruno, der kreative Kopf, der Macher, sagt: «Daheim bin ich, wo es Arbeit gibt. Aber in der Slowakei bin ich wirklich daheim, da ist meine Homebase!» Dort organisiert er übrigens auch jedes Jahr einen Kinderspieltag: 16 Kinder, jedes in einem anderen Alter. Für das Jüngste – die halbjährige Tochter der Nachbarin – hat er sogar eigens eine Kategorie erfunden: Kugelstossen für Mädchen von 0 bis 1 Jahr. «Damit auch sie am Ende eine Medaille gewinnt!»

Und was macht Bruno, wenn er nicht in der Traube arbeitet, jemandem aushilft oder in seiner Werkstatt werkelt? Dann erkundet er zu Fuss die Gegend und entdeckt dabei neue Plätze, zum Beispiel seinen «eigenen Garten samt Parkpank» beim Friedhof Buchs, wo er gerne verweilt und liest. Oder im Freibad Buchs, wo er gerne die Sonne geniesst.

Brunos Tipp:

Sich einfach wieder einmal zu Fuss auf den Weg machen, um neue Plätze zu entdecken. Zum Beispiel den Friedhof in Buchs, von wo aus man in Ruhe eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Buchs und die umliegenden Berge geniessen kann.

Das Gemeinschaftszentrum Resch in Schaan, wo man ein kreatives und vielfältiges Programm in Anspruch nehmen kann.

Das Freibad Buchs, wo man an der Sonne liegen und sich abkühlen kann. In den Wintermonaten dienen als Alternative die umliegenden Hallenbäder, zum Beispiel das Hallenbad Flös in Buchs.



Text: Doris Büchel
Bilder: Roland Lichtensteiger