Warum geht man von Caminada weg? Weil sich eine neue, tolle Chance bot. (lacht) Im Ernst: Die Welt ist voller Möglichkeiten. Andreas Caminada hat mich geprägt, vor allem sein Auge fürs Detail – in der Küche und darüber hinaus. Wenn ein Polster nicht gut sitzt, irgendwo Staub liegt oder eine Glühbirne flackert, ist es wichtig, das zu sehen. Und in Ordnung zu bringen.
Und jetzt bist du Küchenchef in der Traube. Welche Chance siehst du hier? Im Grunde habe ich drei Restaurants: das Fine Dining im Traubensaal, das Casual Dining in der Braustube und das Gartenzimmer. Letzteres bietet mir die Möglichkeit, mich kreativ neu zu erfinden. Das bedeutet für mich, aus meiner Komfortzone herauszukommen.
Wie willst du das angehen? Schliesslich hast du ein bestehendes Team übernommen. Das ist Herausforderung und Chance zugleich. Einige Muster sind schwer zu verändern, aber vieles ist bereits vorhanden. Ich sehe das Team wie einen Rohdiamanten, den man schleifen kann – vorausgesetzt natürlich, die Leute wollen sich bewegen. Küchenchef und Team – das ist immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Es geht darum, den Rahmen zu schaffen, in dem das Team wachsen kann, und Vertrauen zu schenken.
Wie war dein Einstieg? Sehr gut! Anstrengend und turbulent. (lacht) Natürlich muss sich das Team an mich gewöhnen, auch an meine fordernde Art. Ich gebe aber auch Freiraum: Wenn der Teller gut aussieht, passt es für mich, auch wenn ich es persönlich anders gemacht hätte.